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14. Februar 2026EBV6 Min. Lesezeit

EBV-Grenzwerte: Die vollständige Tabelle (2025/2026)

von Ersatzbaustoff-Manager Redaktion

EBV-Grenzwerte: Die vollständige Tabelle

Die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) definiert exakte Grenzwerte für die Klassifizierung von mineralischen Ersatzbaustoffen. Diese Zuordnungswerte bestimmen, in welche Materialklasse ein Baustoff eingestuft wird und wo er eingebaut werden darf.

Wie funktioniert die Klassifizierung?

Die Einstufung basiert auf zwei Arten von Untersuchungen:

  1. Eluatuntersuchung – Messung der auslaugbaren Schadstoffe (was ins Grundwasser gelangen könnte)
  2. Feststoffuntersuchung – Messung der Gesamtgehalte im Material

Für jeden Parameter gibt es Grenzwerte für die verschiedenen Materialklassen. Der kritischste Wert bestimmt die Gesamtklasse – überschreitet ein einziger Parameter den RC-1-Grenzwert, wird das gesamte Material mindestens als RC-2 eingestuft.

Eluatwerte: Recycling-Baustoffe (RC)

Die folgenden Werte gelten für die Eluatuntersuchung (S4-Verfahren gemäß DIN 19529) von Recycling-Baustoffen. Alle Werte in mg/l (sofern nicht anders angegeben):

| Parameter | RC-1 | RC-2 | RC-3 | |---|---|---|---| | pH-Wert | 7,0 – 12,5 | 7,0 – 12,5 | 7,0 – 12,5 | | Elektrische Leitfähigkeit (µS/cm) | ≤ 1.500 | ≤ 2.500 | ≤ 3.000 | | Sulfat | ≤ 150 | ≤ 300 | ≤ 600 | | Chlorid | ≤ 30 | ≤ 50 | ≤ 100 | | Fluorid | ≤ 0,3 | ≤ 0,6 | ≤ 1,5 | | Chrom gesamt | ≤ 0,03 | ≤ 0,06 | ≤ 0,1 | | Kupfer | ≤ 0,06 | ≤ 0,1 | ≤ 0,2 | | Molybdän | ≤ 0,05 | ≤ 0,08 | ≤ 0,15 | | Vanadium | ≤ 0,05 | ≤ 0,1 | ≤ 0,2 | | Barium | ≤ 0,3 | ≤ 0,5 | ≤ 1,0 |

Hinweis: Diese Tabelle enthält die wichtigsten Parameter. Die vollständige Liste ist in Anlage 1, Tabelle 1 der EBV zu finden. Die exakten Werte können je nach Materialart variieren.

Feststoffwerte: Recycling-Baustoffe (RC)

Für die Feststoffuntersuchung gelten folgende Grenzwerte (in mg/kg Trockenmasse):

| Parameter | RC-1 | RC-2 | RC-3 | |---|---|---|---| | PAK₁₆ | ≤ 5 | ≤ 15 | ≤ 20 | | Benzo[a]pyren | ≤ 0,6 | ≤ 1,5 | ≤ 3 | | MKW (C₁₀ – C₄₀) | ≤ 300 | ≤ 500 | ≤ 1.000 | | PCB₇ | ≤ 0,05 | ≤ 0,1 | ≤ 0,15 | | EOX | ≤ 1 | ≤ 3 | ≤ 5 |

PAK = Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, MKW = Mineralölkohlenwasserstoffe, PCB = Polychlorierte Biphenyle, EOX = Extrahierbare organisch gebundene Halogene

Eluatwerte: Bodenmaterial (BM)

Für Bodenmaterial gelten eigene Grenzwerte. Wichtigste Parameter (in mg/l):

| Parameter | BM-0 | BM-F1 | BM-F2 | BM-F3 | |---|---|---|---|---| | Sulfat | ≤ 50 | ≤ 100 | ≤ 250 | ≤ 400 | | Chlorid | ≤ 10 | ≤ 20 | ≤ 40 | ≤ 80 | | Arsen | ≤ 0,01 | ≤ 0,02 | ≤ 0,04 | ≤ 0,06 | | Blei | ≤ 0,02 | ≤ 0,04 | ≤ 0,08 | ≤ 0,1 | | Chrom gesamt | ≤ 0,01 | ≤ 0,02 | ≤ 0,05 | ≤ 0,08 | | Kupfer | ≤ 0,02 | ≤ 0,05 | ≤ 0,08 | ≤ 0,15 | | Nickel | ≤ 0,02 | ≤ 0,04 | ≤ 0,07 | ≤ 0,1 | | Zink | ≤ 0,1 | ≤ 0,2 | ≤ 0,4 | ≤ 0,6 |

Hinweis: Vereinfachte Darstellung. Maßgeblich sind die Tabellen in Anlage 1 der EBV.

Feststoffwerte: Bodenmaterial (BM)

Wichtigste Feststoffparameter für Bodenmaterial (in mg/kg TM):

| Parameter | BM-0 | BM-F1 | BM-F2 | BM-F3 | |---|---|---|---|---| | PAK₁₆ | ≤ 3 | ≤ 5 | ≤ 10 | ≤ 15 | | Benzo[a]pyren | ≤ 0,3 | ≤ 0,6 | ≤ 1,0 | ≤ 1,5 | | MKW (C₁₀ – C₄₀) | ≤ 200 | ≤ 300 | ≤ 500 | ≤ 1.000 | | PCB₇ | ≤ 0,02 | ≤ 0,05 | ≤ 0,08 | ≤ 0,1 | | Arsen | ≤ 20 | ≤ 30 | ≤ 50 | ≤ 100 | | Blei | ≤ 70 | ≤ 140 | ≤ 300 | ≤ 500 |

Einbauvarianten und ihre Anforderungen

Die Materialklasse allein bestimmt noch nicht, ob der Einbau zulässig ist. Zusätzlich muss die Einbauvariante geprüft werden:

Einbauvariante 1: Offener Einbau

  • Material liegt frei (kein Deckschicht)
  • Nur RC-1 und BM-0 ohne Einschränkungen
  • RC-2 nur in bestimmten Fällen

Einbauvariante 2: Einbau mit Deckschicht

  • Material wird von wasserundurchlässiger Schicht bedeckt
  • RC-1, RC-2 und teilweise RC-3 möglich
  • BM-0 bis BM-F2 möglich

Einbauvariante 3: Einbau unter Versiegelung

  • Vollständige Versiegelung (z.B. unter Asphalt)
  • Alle Materialklassen (je nach konkreter Variante)
  • Strengste Auflagen für RC-3 und BM-F3

Probenahme: So werden die Werte ermittelt

Die Grenzwerte werden durch standardisierte Probenahme ermittelt:

  1. Probenahme nach LAGA PN 98 oder DIN 19698
  2. Probenvorbereitung (Trocknung, Siebung auf < 2mm)
  3. Eluatherstellung nach DIN 19529 (S4-Verfahren)
  4. Laboranalyse der einzelnen Parameter
  5. Vergleich mit den Grenzwerten der EBV

Probenahme-Häufigkeit

| Materialmenge | Anzahl Proben | |---|---| | Bis 500 t | Mindestens 1 Mischprobe | | 500 – 1.000 t | Mindestens 2 Mischproben | | 1.000 – 5.000 t | Mindestens 3 Mischproben | | Über 5.000 t | Alle 2.500 t eine weitere |

Typische Überschreitungen und ihre Ursachen

In der Praxis scheitert die RC-1-Einstufung häufig an diesen Parametern:

| Parameter | Typische Ursache | |---|---| | Sulfat | Gipsanteile im Abbruchmaterial | | PAK | Teerhaltige Bestandteile (alte Straßenbeläge) | | MKW | Kontamination durch Altöl | | Kupfer | Kupferleitungen im Abbruchmaterial | | Chlorid | Streusalz-Kontamination |

Tipp: Durch sorgfältige Trennung bei Abbruch und Aufbereitung lässt sich die Materialqualität verbessern und eine höhere Klassifizierung erreichen.

Automatische Grenzwertprüfung

Das manuelle Abgleichen von Analysewerten mit den umfangreichen Grenzwerttabellen ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Der Ersatzbaustoff-Manager automatisiert diesen Prozess:

  • Werte eingeben → Automatischer Abgleich mit allen Grenzwerten
  • Sofortige Klassifizierung → RC-1, RC-2, RC-3 oder BM-Klasse
  • Kritische Parameter markiert → Sofort erkennen, welcher Wert die Klasse bestimmt
  • Deckblatt generieren → Mit korrekter Materialklasse

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Wichtige Hinweise

  • Diese Tabellen dienen als Orientierung. Die maßgeblichen Grenzwerte finden sich in den Anlagen zur EBV (Stand August 2023).
  • Einzelne Parameter können je nach konkretem Materialtyp (z.B. HMVA, SWS, GRS) abweichende Grenzwerte haben.
  • Bei der Klassifizierung zählt immer der ungünstigste Einzelwert.
  • Die finale Verantwortung für die korrekte Einstufung liegt beim Erzeuger und Verwender.

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